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Kritik der SchülerInnen

Stephan Fruhmann, BHAK Eisenerz, Februar 2024

Er liegt leblos zusammengekauert am Boden und das Publikum ist still. Gregor ist tot.

In dem Stück „Die Verwandlung“ geht es um eine bizarre Wendung im Leben eines jungen Mannes. Der junge Mann heißt Gregor und er ist ein Handlungsreisender, der Tücher verkauft. Er mag seine Arbeit nicht so gerne, aber er erhält mit dieser Arbeit die Familie. Alles ändert sich eines Morgens, wenn Gregor aufwacht und bemerkt, dass er plötzlich den Körper eines Käfers hat. Der neue Körper führt zu vielen Veränderungen für Gregor und für die restliche Familie.

Das gesamte Stück wird von einer Person gespielt. Der Schauspieler namens Matthias Ohner erweckt die Worte Kafkas zum Leben. Das Set ist nicht sehr groß und es gibt auch nicht viele Requisiten, aber man muss sagen, dass alle Mittel zu Gänze benutzt werden. Der Schauspieler verwendet einige interessante Gegenstände um zu sprechen, wie einen großen Stift oder den Kassettenrekorder. Die emotionale Inszenierung der Reaktion, welche Gregor hat drückt Matthias Ohner hervorragend aus. Der Schauspieler arbeitet auch mit einem Overheadprojektor. Er zeigt uns damit die Formen, Bewegungen und Handlungen von Gregor.

Der Schauspieler verkleidet sich als Käfer mithilfe von Frischhaltefolie. Dies macht das gesamte Stück realer. Ich kann mich durch das Kostüm auch in die Lage der restlichen Familie versetzen. Das Verhalten und die Reaktionen der Eltern bringt der Schauspieler durch das Wechseln der Rollen sehr gut auf die Bühne. Es ist jedoch sehr eigenartig, dass er bei den verschiedenen Personen nie wirklich die Stimme verändert.

Schlussendlich muss man sagen, dass das Theaterstück und die Leistung des Schauspielers hervorragend sind.

Also gilt: HINGEHEN. ANSCHAUEN. LACHEN.

Damaris S., BHAK Eisenerz, Februar 2024

Gefühle schriftlich zu beschreiben, hat an sich schon seine eigene Schwierigkeit, doch den Zuschauer von ihnen zu überzeugen ist noch einmal etwas ganz anderes. Wie fühlt sich Isolation an? Was ist der Prozess dahin? Darum geht es in „Die Verwandlung von Franz Kafka“, interpretiert von Matthias Ohner.

Matthias Ohner stellt uns das berühmte Stück vor. Die Art, wie er es aber tut ist der entscheidende Punkt. Mit einem Projektor, einigen Folien und einem Stift fängt das Stück an. Während er beginnt die Geschichte zu erzählen, malt er auf den Folien. Striche, ob lang oder kurz, gebogen oder gerade, fangen an zum Leben zu erwachen. Das was er auf den Folien malt kann man jedoch nur verstehen, wenn man dem Erzähler zuhört. Als außenstehender, würde man meinen, die Zeichnungen eines Grundschulkindes zu betrachten, aber tatsächlich haben sie eine Bedeutung. Noch dazu hat er andere Sachen, wie zum Beispiel Tupperdosen mit kleinen Essensstücken, eine Dose Rasierschaum, Frischhaltefolie und einen Apfel. Der Tisch an dem er sitzt und der Sessel werden später im Stück als Zimmer dargestellt. Also auch wenn der Protagonist relativ wenige Requisiten hat schafft er es trotzdem, das Stück lebhaft und interessant wiederzugeben. Natürlich sind die Art wie er erzählt und spielt, dabei sehr wichtig. Mit verschiedenen Stimmlagen und Gesichtsausdrücken, kann man gut die Gefühle von Gregor Samsa verstehen.

Jede Bewegung hat ihre eigene Bestimmung, es ist toll, den Prozess der Isolation wirklich vor den Augen zu haben, denn es ist noch einmal ein ganz anderes Gefühl als wenn man das Stück nur lesen würde. Matthias Ohner hat die Rolle von Gregor Samsa exzellent gespielt.

Nico Mitterbauer, BHAK Eisenerz, Februar 2024

Ein normales Leben eines Menschen namens Gregor Samsa ändert sich plötzlich. Er verwandelt sich in eine Kakerlake und muss einsam in Isolation leben, bis zu seinem Tod, der die Lebensenergie der Familie wieder zurückbringt. Dies wird im Stück "Kafka" von Matthias Ohner auf die Bühne gebracht.

Matthias Ohner zaubert mit einem einfachen Bühnenbild Großartiges heraus. Mit dem Kassetten-Rekorder erwacht durch das Abspielen der Kassetten die Familie von Gregor, obwohl es nur das Verstellen der Stimme vom Schauspieler ist, fühlt man auch die Emotionen der Familie Samsa. Der Overhead Projektor, der sein Zeichnen auf die Wand projiziert, veranschaulicht, wie sich Samsa im Zimmer am Anfang verhält und lebt. Z. B. sein geliebtes Bild oder auch das Öffnen der Tür. Durch alte Möbel und das gelbliche Licht fühlt man sich mehr in die alte Zeit versetzt. Durch ruckartige Bewegungen, auf das Bein klatschen, das die aufprallenden Äpfel widerspiegelt, erweckt es ein angespanntes Gefühl. Zugleich bringt er mit bestimmten Gesten und Bewegungen das Publikum zum Lachen.

Eine mitreißende schauspielerische Leistung, die sehr viel Unterhaltung bietet. Matthias Ohner bringt das Werk genau auf den Punkt. Dennoch sollte man wissen, dass gerne Kuriose Dinge geschehen, die der Vorstellung nochmal den letzten Schliff mitgibt.

Thomas Lindner, BHAK Eisenerz, Februar 2024

Es ist nicht leicht, den großen Werken der Theatergeschichte gerecht zu werden. Matthias Ohners Inszenierungen eines historischen Stoffes schafft den schwierigen Spagat, sowohl Publikum als auch Kritik gleichermaßen zu überzeugen.

Das Stück erzählt von einem Mann namens Gregor, der in der Früh aufwacht und bemerkt, dass er sich in einen Käfer verwandelt hat. Seine Familie wendet sich immer mehr von ihm ab und die Isolation bringt ihn später sogar um. Das zeigt seine stetig abnehmende psychische Verfassung.

Obwohl die Bühne nicht viel Platz bietet, kommen doch viele Requisiten zum Einsatz. Zur Veranschaulichung von Gregors abstrakten Körpers wird ein Overhead-Projektor verwendet, wo Zeichnungen von Gregor auf eine große Leinwand gestrahlt werden. Da nur ein Schauspieler die Geschichte spielt, werden die Stimmen und Soundeffekte über einen kleinen Lautsprecher abgespielt. Zudem findet noch ein Tisch auf der Bühne Platz und es wird sogar Gregors Essen simuliert. Das ganze Bühnenbild wirkt eher altmodisch, auch aufgrund des Kostüms, das ein Anzug ist. Besonders spannend ist, dass sich Kostüme zu Requisiten verwandeln. Der Apfel, der in Gregor steckt, wird genau so nachgestellt. Später stellt aber der Apfel allein Gregor dar. Der Schleim von Gregor, wird auch mit einem Schaum nachgestellt, was das Stück nochmals realer wirken lässt, nicht zuletzt, wenn man es derart pointiert in die Gegenwart führt wie Ed.Hauswirth. Er schafft es sogar, einige Sätze, die genau so im Buch vorkommen, in das Drama einzubauen.

Das Herzstück des Theaters stellt Matthias Ohner dar. Er überzeugt mit seiner herausragenden schauspielerischen Leistung, der mit voller Motivation die Bühne ,,vergrößert“. Die Rolle wurde ideal besetzt, denn in die Rollen des gesamten Stücks hin und her zu wechseln meistert er mit Bravour und ihm ist nichts zu peinlich, nicht mal als er Gregor nachmacht.

 

Dieses Theater ergänzt perfekt das Gelesene, aber durch die vielen Rollen kann es manchmal etwas verwirren, wenn man ,,Die Verwandlung“ nicht vorher schon gelesen hat.

Es bleibt nur mehr zu sagen: Hingehen. Anschauen. Lachen. Weinen.

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